Risiken für medizinisches Personal
Schätzungen besagen, dass weltweit rund 170 Millionen Menschen (3% der Weltbevölkerung) von einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) betroffen sind. Aktuellen Erhebungen nach sind derzeit mehr als 40 Millionen mit HIV infziert und 350 Millionen chronisch an Hepatitis B (HBV) erkrankt.
Daher kommt medizinisches Personal bei seiner täglichen Arbeit natürlich auch in Kontakt mit Patienten, die potenziell mit einem Virus infziert sind. Unter allen Viren lösen die HC-, HB- (Hepatitis) und HI-Viren (AIDS) die größte Besorgnis aus.
Ärzte und Krankenpfleger möchten aus diesem Grund sicherstellen, sich mit dem besten Material gegen eine Vireninfektion zu schützen. Daher befragen sie Handschuhproduzenten vermehrt nach den von ihren Produkten gebotenen Schutzleveln gegenüber der Penetration von durch Blut übertragenen Viren, die potenziell durch Mängel oder Beschädigungen des Handschuhs, wie beispielsweise Mikrolöcher, erfolgen kann.
Unzureichende Vorschriften
In Europa gibt es keine Vorschriften in Verbindung mit der Penetration von Viren durch medizinische Handschuhe. Die Norm DIN EN-455 Part I („Anforderungen und Prüfung zur Dichtheit“) schreibt lediglich einen statistischen Test der Dichtheit des Handschuhs (AQLMessung) vor. Diese Tests werden mithilfe des Wasserhaltetests in einem statistischen Verfahren durchgeführt.
Europäische Handschuhproduzenten wenden jedoch die amerikanische Norm ASTM F1671-07 an, die nach einem Standardverfahren die Resistenz von Schutzkleidungsmaterialien gegen durch Blut übertragene Pathogene anhand eines
Penetrationstests mit dem Bakteriophagen Phi-X174 misst. Dieses Verfahren hat aber ebenfalls seine Grenzen, wie der Normentext selbst ausdrückt:
„Dieses Testverfahren simuliert nicht alle physikalischen Belastungen und Druckeinwirkungen, denen Schutzkleidung im Einsatz ausgesetzt sein kann.“ und „Die Unversehrtheit des Barriereschutzes kann während des Gebrauchs auch durch Biegungen und Abschürfungen beeinträchtigt werden.
“ Daher hat sich Ansell im Rahmen seines Engagements, medizinischem Personal eine höhere Sicherheit zu bieten, zur Entwicklung des „Ansell Viral Penetration Programme“ entschlossen.